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Klasse 5 – Fächerübergreifend: Musik und Kunst – Die Hütte der Baba Jaga – Grafik mit Kohlestift

Im Musikunterricht wurden die Musikstücke von Modest Mussorgsky, die dieser zu Ehren seines Freundes, dem Maler und Architekten Viktor Hartmann komponierte, thematisiert.

Kurz zur Geschichte:
Als Viktor Hartmann im Jahr 1873 starb, wurde in St. Petersburg zu dessen Andenken eine Ausstellung mit seinen Werken organisiert. Viele Bilder, Plakate, Skizzen und Aquarelle hingen dort, unter anderem die finsteren „Katakomben von Paris“, das prächtige „große Tor von Kiew“ und auch die „Hütte der Hexe Baba Jaga“.
Modest Mussorgsky sah sich die Ausstellung an und in seinem Inneren verwandelten sich die einzelnen Bilder in unterschiedliche Musik. Zu Hause setzte er sich an sein Klavier und komponierte für seinen verstorbenen Freund, den Maler, eine musikalische Galerie: Die „Bilder einer Ausstellung“.

Nachdem die Musiklehrerin der 5.Klassen mir von ihrem Vorhaben berichtete, sich mit dieser Thematik im Musikunterricht zu beschäftigen, recherchierte ich im Internet zu den Bildern von Viktor Hartmann. Es war gar nicht so einfach, mir einen Eindruck von dessen Arbeit zu verschaffen, da viele Bilder nicht oder nur in schlechter Qualität aufzuspüren waren. Außerdem suchte ich einen spannenden Aufhänger/ eine „neue“ Technik, der/die die Kinder motivieren würde, sich intensiv mit einer dieser Arbeiten näher zu beschäftigen.
Am meisten sprach mich der Titel des Bildes die „Hütte der Hexe Baba Jaga“ an. Ich stellte mir vor, welche gruseligen Details die Kinder finden und skizzieren könnten.
Da Hartmann viele Zeichnungen anfertigte, die auf den Reproduktionen alt, verblichen und verschmiert wirkten, entschied ich mich für die Arbeit mit dem Kohlestift.
Hier konnten die Schüler*innen wie gewohnt zeichnen, aber anders als bei der Arbeit mit Buntstiften, den Kohlestift verwischen. Diese Technik erfordert einiges Verständnis für Licht und Schatten, um nicht einfach alles, also die vielen tollen Details, in einem einheitlichen Grau verschwinden zu lassen…

Als Einstieg in das Thema diente ein stummer Impuls: „Baba Jaga“. Die Kinder mutmaßten und erinnerten sich an Dinge, die sie über Baba Jaga gehört oder gesehen hatten. Das sammelten wir an der Tafel. Danach hörten wir das Musikstück von Mussorgsky dazu an. Die Schüler*innen sollten dabei überlegen, ob die Hexe Baba Jaga eher „gut“ oder „böse“ ist/war. Dazu gab es unterschiedliche Meinungen. Einig waren wir uns darüber, dass es um eine Hexenjagd ging, aber wer dabei, wen jagte, blieb offen. Auch nachdem wir einige interessante Textstellen zu der Figur „Baba Jaga“ gelesen hatten, mussten wir feststellen, dass sie vermutlich eher eine gute, helfende Frau war und erst später zur bösen, alten Hexe degradiert wurde.
Jetzt durfte jeder seine Idee vom Haus der Baba Jaga frei skizzieren und erst im Anschluss betrachteten wir Hartmanns Gemälde. Seine „Hütte der Baba Jaga“ erinnerte die Kinder und mich eher an eine alte, stark verzierte russische Kuckucksuhr.

Nun folgte ein Bilddiktat zur Hütte der Baba Jaga, welches die Schüler*innen nach meinen Vorgaben mit Bleistift zeichneten: Alte, knorrige Baumleichen, ein kaputter Zaun mit einigen Totenschädeln darauf sowie einige Grabkreuze, zierten die auf zwei Hühnerbeinen befestigte, windschiefe, aus drei zerfallenden Hausteilen bestehende Hütte der Baba Jaga… Natürlich durfte die Hexe nicht fehlen und alles konnte nach eigenen Vorstellungen ergänzt und verziert werden.
Soweit die Vorarbeit.

Bei der eigentlichen Arbeit konnten die Schüler*innen nun ihr Wissen, ihre inneren Bilder, die Vorübungen und weitere Bilder, die an der Tafel hingen, miteinander kombinieren und ihre „Hütte der Baba Jaga“ gestalten. Wir arbeiteten auf einem A3-Papier mit Kohlestiften in drei Schritten:
1. Vorzeichnung, 2. Details einzeichnen und 3. Schwärzen. Puh, geschafft.

Es sind wieder viele tolle Bilder entstanden.

Liebe 5.Klässler,
ich danke euch für eure Geduld mit mir und euer Engagement bei der stundenlangen Arbeit an einem Bild 😉.

Eure Frau Kemmnitz
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